Grundsätzliches
Seit dem Schuljahr 2008/2009 ist aus der ehemaligen Realschule mit Grund- und Hauptschulteil Schacht-Audorf die Regionalschule mit Grundschulteil Schacht- Audorf geworden. Nach wie vor können bei uns der Hauptschulabschluss und der Mittlere Bildungsabschluss erworben werden, allerdings werden Kinder mit Hauptschulempfehlungen und Realschulempfehlungen in der Orientierungsstufe (Klassenstufe 5/6) gemeinsam unterrichtet. Jeweils eine Klasse mit geringerer Klassenstärke bildet die Integrationsklasse, in der auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden. Diese Integrationsklasse gibt es an unserer Schule bereits seit dem Schuljahr 2007/2008. Eine enge Kooperation zwischen den einzelnen Schulformen, die sich auch im schulartübergreifenden Unterrichten der Lehrkräfte ausdrückte, war an unserer Schule auch immer vorhanden, sodass wir bei unserer Arbeit von unserem bisherigen Schulsystem profitieren. Dennoch müssen wir mit pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen den neuen Anforderungen begegnen, die die heterogenen Lerngruppen an uns stellen.
Voraussetzung für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist eine bessere Versorgung mit Lehrerstunden. So ist es uns in diesem Schuljahr gelungen, in allen Integrationsklassen die Hauptfächer doppelt zu besetzen. In den Integrationsklassen wird die pädagogische Arbeit zusammen mit Kolleginnen aus dem Förderzentrum gestaltet und abgesprochen. Differenziertes Arbeiten in den verschiedenen Fächern wird durch konstruktive Zusammenarbeit in Fachteams und Jahrgangsteams erleichtert und vorangebracht.
Am Schuljahresbeginn wird in den Fächern Deutsch und Mathematik ein Lernstandsdiagnosetest durchgeführt, um sich einen Überblick über die Kenntnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu verschaffen und die Grundlage für eine individuelle Förderung zu erlangen. Gemeinsame Fachkonferenzen mit der Grundschule und die Erarbeitung von Fachcurricula sorgen für eine kontinuierliche Vorbereitung auf den Hautschulabschluss und den Mittleren Bildungsabschluss. Ein Klassenprojekt zu Beginn des 5. Schuljahres soll dazu dienen, die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler besser kennen zu lernen und eine Klassengemeinschaft entstehen zu lassen, in die sich jeder mit seinen Interessen und Fähigkeiten einbringen kann. Eine Klassenlehrerstunde pro Woche sorgt dafür, die Teamentwicklung und Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Dafür ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer arbeiten dabei nach dem Lions-Quest-Programm „Erwachsen werden“.
Damit Schülerinnen und Schüler eigenständig arbeiten können, müssen sie über ein ausreichendes Methodenrepertoire nicht nur auf kommunikativer Ebene verfügen. Damit dies gewährleistet ist, hat unsere Schule ein Methodenkonzept erarbeitet, das dazu dienen soll, mit den Schülerinnen und Schüler kontinuierlich Methoden einzuüben und zu festigen. Die Einführungswoche an unserer Schule dient hauptsächlich der Förderung des Gruppenbildungsprozesses in den neu gebildeten Klassen, es sollen aber auch bestimmte Methoden eingeführt werden, die an Projekttagen im weiteren Verlauf des Schuljahres vertieft werden bzw. in jeder Stunde Beachtung finden sollen (Gesprächsregeln, Umgang miteinander, Hausaufgaben ….). Dieses Konzept wird in den folgenden Klassenstufen fortgeführt.
Ein grundlegendes Problem in heterogenen Lerngruppen ist die Bewertung der Leistungen. Die Schülerinnen und Schüler müssen stärker als bisher ihre Leistungen selbst einschätzen können und Eigenverantwortung in offenen Unterrichtsformen für ihr Lernen übernehmen. Dies wird ab Klassenstufe 5 konsequent eingeübt und umgesetzt durch zum Beispiel Diagnosebögen, Kompetenzraster und Ähnliches.
Da die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Leistungsniveaus unterrichtet werden, muss dies auch aus den Zeugnissen hervorgehen. Noten werden laut Zeugnisverordnung des Landes Schleswig-Holstein mit *) gekennzeichnet und sind wie folgt zu lesen:
*) Unterricht erteilt auf der Anforderungsebene des Bildungsgangs zum Erwerb des Hauptschulabschlusses
**) Unterricht erteilt auf der Anforderungsebene zum Erwerb des Mittleren Abschlusses
Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Bereich Lernen erhalten laut Schulkonferenzbeschluss ebenfalls Notenzeugnisse. Die Noten 1-6 im Zeugnis erhalten dann keinen Stern und folgende Formulierung: „Beurteilung im Rahmen einer integrativen Maßnahme (Förderschwerpunkt Lernen).“